Gegenüber dem Standortentscheid ist die SP sehr skeptisch. Wie die Betriebskosten finanziert werden können, ist schleierhaft. Viele Fragen zum Inhalt bleiben unbeantwortet und bedürfen breiter Diskussion. Kurz: Die Realisierung der geplanten Salle Modulable wurde mit den nun neu vorhandenen Informationen nicht wahrscheinlicher.

Dass nun endlich die Bevölkerung über das Projekt Salle Modulable (SM) informiert wurde, begrüsst die SP. Die nun vorliegenden Informationen befassen sich aber leider fast ausschliesslich mit dem Standort und der Finanzierung. Die Inhalte bleiben weiterhin aussenvor. In Anbetracht des sehr engen Zeitplanes ist es nun eine grosse Herausforderung, die Standort-, Finanzierungs- und Inhaltsdiskussionen parallel und breit zu führen. Die SP ist aber gewillt, diese Diskussion zusammen mit Kulturschaffenden und der Bevölkerung aufzunehmen.

Ein Theater für Luzernerinnen und Luzerner

Die SP ist dezidiert der Haltung, dass das neue Theater ein qualitativ hochstehendes 3-Sparten-Theater sein muss, das sich in erster Linie an die einheimische Bevölkerung richtet. Dazu gehört u.a. ein Vermittlungsauftrag und ein vielfältiges und hochstehendes Angebot zu erschwinglichen Preisen für alle Luzernerinnen und Luzerner. Ohne festes Ensemble und Einbezug der Freien Szene wird dies kaum möglich sein. Die Produktionen müssen primär auf dem Platz Luzern entstehen und den ansässigen Kulturschaffenden interessante Perspektiven bieten. Diese Eckpunkte müssen in jedem Fall geklärt sein, bevor einem Baurechtsvertrag zugestimmt werden könnte.

Aufenthaltsqualität auf dem Inseli bewahren

Die heutige öffentliche Nutzung des Inseli darf in keiner Art und Weise eingeschränkt werden. Dieser Ort mit seiner beispiellosen Aufenthaltsqualität wird von der Bevölkerung sehr geschätzt, eine qualitative Verschlechterung würde nicht goutiert. Die SP befürchtet, dass der jetzige freie Erholungsgrünraum verstärkt durchstrukturiert, durchprogrammiert und durchkommerzialisiert würde. Dazu kommt, dass mit dem geplanten Bau der Seezugang massiv eingeschränkt würde. Einen Standort auf dem Inseli ist für die SP deshalb keinesfalls eine überzeugende Lösung.

Die SP weist darauf hin, dass die Studie von Ernst Basler + Partner den Standort Motorboothafen nicht gänzlich ausgeschlossen hat. Die SP ist davon überzeugt, dass an diesem Standort eine Aufwertung der Aussenräume problemlos möglich ist. Der Fussweg vom Bahnhof zum Motorboothafen müsste bereits seit vielen Jahren aufgewertet werden, eine SM am Motorboothafen bietet nun die Chance dazu. Die verbesserte Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr könnte zusätzlich zu einer Aufwertung des Gebietes beitragen. Die Drohung, dass eine Standortdiskussion zum Abbruch des Projektes führen würde, ist für die SP inakzeptabel.

Leistungsabbau da, neuer Kulturtempel hier?

Der SP ist es schleierhaft wie in Zeiten von Steuersenkungen für Reiche und Unternehmen und parallelem Leistungsabbau in Bildung und Sozialem jetzt plötzlich mehr Geld für den Bau, Unterhalt und Betrieb eines zweiten grossen Kulturbetriebes in der Stadt vorhanden sein sollte. Die Betriebskosten von 31 Mio. sind angesichts der aktuellen finanziellen Situation und dem grassierenden Leistungsabbau nicht tragbar.